Jahresabschluss

Der Jahreswechsel 2015/2016 steht bevor. Es ist daher sinnvoll, erste Überlegungen anzustellen, wie der Gewinn im GmbH-Jahresabschluss für 2015 gestaltet werden kann, was der Öffentlichkeit mitgeteilt werden muss und was verschwiegen werden darf. Dabei sind die Veränderungen zu berücksichtigen für den GmbH-Jahresabschluss, die sich durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) vom 17.7.2015 (BGBl. I, S. 1.245) ergeben haben.

1. GmbH-Jahresabschluss als E-Bilanz

Kapitalgesellschaften müssen eine Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen (ggf. auch einen Anhang und Lagebericht). Wie schon für die Jahre 2013 und 2014 muss für das Jahr 2015 der Inhalt der Bilanz sowie der Gewinnund Verlustrechnung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung an die Finanzverwaltung übermittelt werden (= Taxonomie).
Es spielt keine Rolle, ob eine Bilanz nach Handels- und/ oder Steuerrecht aufgestellt wird. Wird sie nach Handelsrecht erstellt, sind die Ansätze oder Beträge die den steuerlichen Vorschriften nicht entsprechen, in einer Nebenrechnung (Überleitungsrechnung) durch die maßgeblichen steuerlichen Werte zu ersetzen; diese Nebenrechnung ist ebenfalls elektronisch zu übermitteln.

2. Buchführungs-, Offenlegungs- und Prüfungspflichten

Diese Pflichten sind zu beachten bei der Offenlegung des GmbH-Jahresabschluss. Kapitalgesellschaften müssen unabhängig von ihrer Größe immer eine Handelsbilanz erstellen. Der Umfang der Offenlegungspflichten und die Prüfungspflicht hängen von der Größe der Kapitalgesellschaft ab. Die Einstufung der Kapitalgesellschaft in kleinste, kleine, mittelgroße und große Kapitalgesellschaften hängt davon ab, ob zwei der drei gesetzlich festgelegten Grenzwerte überschritten werden. Das heißt, einer der Grenzwerte darf überschritten werden. Werden aber zwei oder gar alle drei Kriterien an zwei aufeinander folgenden Bilanzstichtagen überschritten, erfolgt die Einstufung in die nächste Größenklasse.

3. Bilanzierung von Geschäfts- und Firmenwert

Ein selbst geschaffener (originärer) Geschäfts- oder Firmenwert darf weder in der Handelsbilanz noch in der Steuerbilanz ausgewiesen werden. Ein entgeltlich erworbener (derivativer) Geschäfts- oder Firmenwert hingegen muss:
– steuerlich als Wirtschaftsgut ausgewiesen und über die gesetzlich vorgeschriebene Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben werden,
– handelsrechtlich als Vermögensgegenstand ausgewiesen werden, wobei das HGB für die planmäßige Abschreibung einen Zeitraum von zehn Jahren vorsieht (§ 253 Abs. 3 HGB in der Fassung des BilRUG). Nunmehr ist also die Abschreibung über zehn Jahre der Normalfall. Wenn plausible Gründe für eine längere Nutzungsdauer vorliegen sollten, wird es durchaus möglich sein, die steuerliche Vorgabe von 15 Jahren zu erreichen.
Konsequenz ist dann, dass sich bei Abschreibungsdauer und Abschreibungshöhe keine abweichenden Werte ergeben. Der Nutzungszeitraum und die Abschreibung des Firmenwerts muss allerdings gemäß § 285 Nr. 13 HGB im Anhang zur Bilanz dargelegt werden. Ob eine Nutzungsdauer von 15 Jahren entsprechend der steuerlichen Vorgabe plausibel erklärbar ist, muss die GmbH im Anhang erläutern. Liegen keine Gründe vor, die eine übereinstimmende Abschreibung rechtfertigen, ergeben sich wegen der unterschiedlichen Abschreibungsdauer abweichende Werte in der Handels- und Steuerbilanz. 

Bei einer dauerhaften Wertminderung kann der Geschäfts- oder Firmenwert außerplanmäßig abgeschrieben werden. Zuschreibungen sind später nicht mehr möglich (§ 253 Abs. 5 Satz 2 HGB). Bei einem Geschäfts- oder Firmenwert kann nämlich nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei der Wertsteigerung um einen selbst geschaffenen Teil des Geschäfts- oder Firmenwerts handelt. Dieser darf aber nicht ausgewiesen werden.

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