Beiträge und Archiv zum Bilanzrecht

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Sonderabschreibung in der Steuerbilanz

Die 20%ige Sonderabschreibung gemäß § 7g Abs. 5 und 6 EStG, die in einem Begünstigungszeitraum von maximal fünf Jahren beansprucht werden kann, ist nur steuerlich zulässig, nicht aber handelsrechtlich. Begünstigt sind nur Betriebe, die eine bestimmte Größenordnung nicht überschreiten.

Das Betriebsvermögen darf vor dem Jahr der Inanspruchnahme 235.000 € nicht übersteigen. Mit der Sonderabschreibung wird steuerlich ein Teil der Abschreibung vorgezogen, sodass die Steuerbelastung niedriger ausfällt. Die 20%ige Sonderabschreibung kann zu Beginn des Abschreibungszeitraums zusätzlich zur linearen Abschreibung in Anspruch genommen werden (innerhalb von 5 Jahren). Die Sonderabschreibung wird im Jahr der Anschaffung nicht zeitanteilig gekürzt, sodass auch bei einer Anschaffung im letzten Monat des Wirtschaftsjahrs der volle Betrag als Betriebsausgabe abgezogen werden kann. Der Gewinn wird insoweit niedriger ausgewiesen als in der Handelsbilanz.

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Zuschuss-Rücklagen (R 6.5. EStR)

In der Regel muss der Unternehmer Investitionszuschüsse Gewinn erhöhend erfassen, es sei denn, dass steuerliche Sonderregelungen eine Ausnahme zulassen. Eine derartige Sonderregelung enthält R 6.5 EStR. Danach können Zuschüsse aus öffentlichen oder privaten Mitteln zur Anschaffung von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens

  • entweder als Betriebseinnahme erfasst oder
  • erfolgsneutral behandelt werden. Dabei wird der Zuschuss von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts abgezogen, für das der Zuschuss gezahlt worden ist. Dadurch verringert sich die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung.

Wird der Zuschuss als Betriebseinnahme erfasst, stimmt der Ausweis in Handels- und Steuerbilanz überein. Der Zuschuss ist bereits im Jahr der Bewilligung zu erfassen, auch wenn dieser erst in einem späteren Jahr ausgezahlt wird. Wählt der Unternehmer die Variante, den Zuschuss von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzuziehen, ist diese Handhabung steuerlich zulässig. Erhält der Unternehmer den Zuschuss vor Anschaffung des Wirtschaftsguts, kann der Unternehmer dafür gemäß R 6.5. Abs. 4 EStR eine steuerfreie Rücklage bilden. Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung löst er die Rücklage erfolgsneutral wieder auf, indem er diese auf das Wirtschaftsgut überträgt.
Bei Zuschüssen aus öffentlichen oder privaten Mitteln zur Anschaffung von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens wird es handelsrechtlich für vertretbar gehalten, die Anschaffungskosten um den Zuschuss zu mindern. Es gibt verschieden Varianten, wie in diesem Fall die Zuschüsse ausgewiesen werden.

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Bildung und Auflösung von Reinvestitionsrücklagen

Unternehmer, die ihren Gewinn mithilfe einer Bilanz ermitteln, können gemäß § 6b EStG steuerfreie Reinvestitionsrücklagen bilden. § 6b EStG lässt unter bestimmten Voraussetzungen zu, dass Gewinne (= aufgelöste stille Reserven), die bei der Veräußerung bestimmter Wirtschaftsgüter entstanden sind, auf neue Wirtschaftsgüter übertragen werden. Es darf nicht für jeden Veräußerungsgewinn eine steuerfreie Rücklage gebildet werden. Außerdem kann die Rücklage nicht auf jedes beliebige Wirtschaftsgut übertragen werden (siehe § 6b EStG).
Beispiel:
Zum Betriebsvermögen einer GmbH gehört seit zehn Jahren ein unbebautes Grundstück mit einem Buchwert von 180.000 €. Die GmbH verkauft dieses Grundstück für 260.000 €. Den erzielten Veräußerungsgewinn von 80.000 € möchte die GmbH für den Erwerb eines neuen Grundstücks verwenden. Sie stellt die 80.000 € zunächst in eine Reinvestitionsrücklage nach § 6b EStG ein, um die Besteuerung zu vermeiden.
Auflösung von Reinvestitionsrücklagen: Die erforderlichen Maßnahmen müssen in der Regel innerhalb von vier Jahren nach Bildung der Rücklage durchgeführt werden. Bei Gebäuden verlängert sich die Frist bis zum Ablauf des sechsten Wirtschaftsjahrs, wenn mit der Herstellung in den ersten vier Folgejahren begonnen worden ist.

Die Rücklage kann aber auch früher aufgelöst werden. Das kann sinnvoll sein, wenn der Unternehmer in einem Jahr einen Verlust oder nur einen niedrigen Gewinn erzielt hat. Dann führt die Auflösung der Rücklage nicht zu einer zusätzlichen Steuerbelastung bzw. nur zu einer geringfügigen
Steuermehrbelastung

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Bewertung von Umlaufvermögen

Zum Umlaufvermögen gehören nicht nur Vorräte, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, sondern auch Forderungen.

Bewertung bzw. Teilwertabschreibungen beim Vorratsvermögen
Zum Vorratsvermögen gehören Waren, Erzeugnisse, Hilfs- und Betriebsstoffe. Hier liegt einer der Hauptanwendungsbereiche
für eine Teilwertabschreibung. Der Unternehmer hat hier selbst einen großen Bewegungsspielraum. Beim Vorratsvermögen gibt es zwei wesentliche Gründe, auf die eine Teilwertabschreibung gestützt werden kann. Eine Teilwertabschreibung kann wegen gesunkener Wiederbeschaffungskosten oder unzureichender Erlöse vorgenommen werden.

Die Wiederbeschaffungskosten setzen sich aus dem gesunkenen Einkaufspreis, den üblichen Anschaffungsnebenkosten und den Anschaffungspreisminderungen zusammen. Bei fertigen oder teilfertigen Erzeugnissen muss von den Wiederherstellungskosten (Reproduktionskosten) ausgegangen werden. Die Wiederherstellungskosten sind auf Vollkostenbasis zu kalkulieren. Das heißt, es werden alle Kosten einbezogen, die erforderlich sind, um das Erzeugnis in der gleichen Art, Form und Fertigungsstufe zu reproduzieren, in der es sich am Bilanzstichtag befindet. Diese Werte sind gleichzeitig auch Teilwerte des Vorratsvermögens.

Voraussetzung für eine Teilwertabschreibung ist, dass die Einkaufspreise am Beschaffungsmarkt nachhaltig gesunken sind, weil das Preisniveau allgemein zurückgegangen ist. Preisnachlässe, die ein Lieferant z.B. auf modische Ware oder Sonderangebote gibt, dürfen nicht zum Anlass genommen werden, um bei den übrigen Beständen eine Teilwertabschreibung durchzuführen. Häufigster Grund einer Teilwertabschreibung beim Vorratsvermögen, das zum Verkauf bestimmt ist, sind unzureichende Erlöse. Diese können durch allgemeine Veränderungen am Absatzmarkt eintreten, z.B. durch Änderungen bei der Nachfrage, neue und bessere Angebote von Konkurrenten, aber auch durch produktbezogene Faktoren, wie Lagerschäden, Produktfehler und Änderungen in der modischen Geschmacksentwicklung.

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Bewertung von Wirtschaftsgütern und Teilwertabschreibung

Die Voraussetzungen für eine Teilwertabschreibung und Zuschreibung ergeben sich aus § 253 HGB und den §§ 5, 6 Abs. 1 EStG. Danach sind im Wesentlichen folgende Grundsätze zu beachten:

  • Bewertungsobergrenze sind immer die Anschaffungskosten abzüglich der planmäßigen Abschreibung bzw. der abweichenden steuerlichen Abschreibung. Dieser Wert darf nicht überschritten werden, selbst wenn der Teilwert höher ist. Es gilt der Grundsatz, dass nicht realisierte Gewinne nicht ausgewiesen werden dürfen.
  • Steuer- und handelsrechtlich darf der niedrigere Teilwert nur angesetzt werden, wenn die Wertminderung voraussichtlich auf Dauer besteht. Steuerlich besteht ein Wahlrecht.
  • Handelsrechtlich muss auf den niedrigeren Teilwert abgeschrieben werden, wenn die Wertminderung voraussichtlich auf Dauer besteht.
  • Ist eine Abschreibung auf den niedrigeren Teilwert vorgenommen worden, darf dieser Wert nicht mehr beibehalten werden, wenn der Teilwert nicht mehr dauerhaft gemindert ist oder aus anderen Gründen wieder angestiegen ist (Ausnahme: Geschäfts- und Firmenwert). Aufgrund der Teilwertsteigerung muss eine Zuschreibung vorgenommen werden.
    Auf die Gründe, warum eine Teilwertminderung bzw. eine Teilwerterhöhung eingetreten ist, kommt es nicht an. Entscheidend für eine Teilwertabschreibung ist, dass eine Wertminderung tatsächlich eingetreten ist, die voraussichtlich dauerhaft besteht. Muss der Unternehmer in seiner Handelsbilanz wegen einer voraussichtlich dauernden Wertminderung eine außerplanmäßige Abschreibung vornehmen, kann er diese für steuerliche Zwecke übernehmen. Ihm steht allerdings frei, die außerplanmäßige Abschreibung (Teilwertabschreibung) in der Steuerbilanz ganz zu unterlassen oder einen Zwischenwert anzusetzen. Insoweit ist die Handelsbilanz nicht für die Wertansätze in der Steuerbilanz maßgeblich, weil steuerlich ein anderer Wertansatz ausdrücklich zugelassen
    ist.Nach einer Teilwertabschreibung muss bei jedem Jahresabschluss geprüft werden, ob der Teilwert des Wirtschaftguts wieder gestiegen ist.
    Ist der Teilwert nicht gestiegen, sind keine Veränderungen erforderlich. Ist der Teilwert zum Bilanzstichtag eines Folgejahrs dauerhaft gestiegen, müssen handels- und steuerrechtlich Zuschreibungen vorgenommen werden. Ist eine Wertminderung nicht dauerhaft, darf eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren Wert nur vorgenommen werden bei
  • Finanzanlagen und
  • Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens.

Beim Umlaufvermögen sind Abschreibungen vorzunehmen, um den niedrigeren Wert anzusetzen, der sich aus dem Börsen- oder Marktpreis am Bilanzstichtag ergibt. Nach § 253 Abs. 3 HGB sind Vermögensgegenstände des Anlagevermögens außerplanmäßig auf den niedrigeren Wert abzuschreiben, wenn es sich um eine dauerhafte Wertminderung handelt. 

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